top of page

Warum AI-Agents die nächste Stufe der Evolution sind und was der Agent-Loop dazu beiträgt

  • Autorenbild: Philipp Sauber
    Philipp Sauber
  • 11. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 12. Jan.

Strategische Weitsicht ist Kernpflicht eines Verwaltungsrats. Um die aktuelle AI-Welle fundiert bewerten zu können, reicht seichtes Wissen nicht aus. Deshalb habe ich die Zertifizierung „AI-Agentic Architecture“ an der Vanderbilt University absolviert und teile hier meine wichtigsten Erkenntnisse.


Wir alle haben im letzten Jahr gelernt, wie wir mit AI umgehen. Wir stellen ChatGPT oder Gemini eine Frage und das Modell antwortet. Das ist beeindruckend, hat aber eine entscheidende Limitierung: Es ist passiv. Ein Chatbot wartet auf Anweisungen.


Was aber, wenn die AI nicht nur antwortet, sondern handelt? Was, wenn sie nicht nur ein Chatbot ist, sondern Werkzeuge benutzen kann, um Aufgaben selbstständig zu erledigen? Genau hier betreten wir das Feld der AI-Agents.


Für Entscheidungsträger in KMUs ist dies der Moment, in dem AI vom „netten Spielzeug“ zum echten Produktivitätsfaktor wird.


Was ist ein AI-Agent?

Stellen Sie sich den Unterschied so vor: Ein herkömmliches Sprachmodell (LLM) ist wie ein extrem belesener Bibliothekar, der in einem leeren Raum sitzt. Er weiss fast alles, kann aber nichts physisch tun.

Ein AI-Agent hingegen ist wie ein Assistent, der Zugang zu diesem Bibliothekar hat, aber zusätzlich über einen Computer, ein Telefon und Zugriff auf Ihre Unternehmenssoftware verfügt. Er gibt nicht nur Wissen wieder, er nutzt „Tools“ (Werkzeuge), um Probleme zu lösen.


Das Kernkonzept dahinter nennt man „Flipped Interaction Pattern“. Anstatt dass wir dem System jeden kleinen Schritt diktieren, geben wir ein Ziel vor (z. B. „Organisiere ein Meeting mit Kunde X“). Der Agent überlegt selbstständig, welche Schritte nötig sind, fragt bei Unklarheiten nach oder greift direkt auf Kalender und E-Mails zu.


Das Herzstück: Der „AI-Loop“

Was einen Agenten von einer simplen Automatisierung unterscheidet, ist seine Fähigkeit, in einer Schleife (dem Agent-Loop) zu denken und zu korrigieren. Dieser Prozess läuft im Hintergrund ab:

  1. Denken (Construct Prompt): Der Agent analysiert die Aufgabe des Users und plant den nächsten Schritt

  2. Handeln (Execute Action): Er führt eine Aktion aus – etwa das Auslesen einer Datenbank oder das Versenden einer E-Mail

  3. Beobachten & Speichern (Memory): Das ist entscheidend. Der Agent sieht sich das Ergebnis seiner Handlung an. Hat es geklappt? Oder gab es einen Fehler?

  4. Entscheiden: Basierend auf dem Ergebnis entscheidet er, ob er fertig ist oder einen neuen Versuch starten muss.




Zur Grafik mit dem Agent-Loop: Beim Agent-Loop holt sich der Agent den "Computer" mit in seinen Loop. Er integriert das Werkzeug direkt in seinen Denkprozess. Er wartet nicht nur auf Ergebnisse, sondern interagiert aktiv mit der Software, bis die Aufgabe gelöst ist.


Dieser Gedächtnis-Aspekt (Memory) ist der Schlüssel. Wenn ein Schritt fehlschlägt, gibt der Agent nicht einfach auf (wie ein einfaches Skript), sondern er erinnert sich an den Fehler, passt seine Strategie an und versucht einen anderen Weg.


Warum das für ein Unternehmen wichtig ist

Wir bewegen uns weg von statischen Fragen („schreib mir eine E-Mail“) hin zu dynamischen Aufgaben („analysiere die Verkaufszahlen der letzten Woche, erstelle eine Zusammenfassung und sende sie an den Vertriebsleiter“).


Was heisst das für die Praxis?

AI-Agents sind die Brücke zwischen der Intelligenz der Sprachmodelle und der operativen Realität Ihrer IT-Systeme.

Der grösste Vorteil liegt in der Geschwindigkeit. Da die AI die logischen Verknüpfungen selbst übernimmt, müssen wir deutlich weniger Code von Hand schreiben. Komplexe Schnittstellen-Programmierung entfällt oft. Das bedeutet für Unternehmen, dass sie viel schneller von der Idee zu einem funktionierenden Prototypen und einer produktiven Lösung kommen.


Wer also Digitalisierung heute strategisch denkt, darf nicht bei Chatbots stehenbleiben. Die Zukunft gehört den agentischen Systemen, die autonom Arbeit abnehmen.


Suchen Sie einen Sparringspartner, der technologische Innovation nicht nur vom hören sagen kennt, sondern die Architektur dahinter versteht? Ob als Verwaltungsrat oder externer Projektleiter – ich bringe Ihre IT-Strategie auf Kurs. Lassen Sie uns sprechen.

Kommentare


Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Bitte den Website-Eigentümer für weitere Infos kontaktieren.
Kontakt:

© by Philipp Sauber

  • Schwarz LinkedIn Icon
  • Black YouTube Icon
  • Black Twitter Icon
  • Black Facebook Icon
  • Black Instagram Icon

sauber.digital AG

+41 78 885 54 20​

philipp@sauber.digital

Danke für die Anfrage. Ich melde mich umgehend. Philipp Sauber

bottom of page